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Energieversorgung: Der Schein trügt

: Der Schein trügt
Kunden, die „echten“ Ökostrom wollen, müssen sich für Anbieter entscheiden, die ohne Wenn und Aber auf grüne Energie setzen.
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Kunden, die „echten“ Ökostrom wollen, müssen sich für Anbieter entscheiden, die ohne Wenn und Aber auf grüne Energie setzen.
Foto: djd/LichtBlick SE/thx
Zahl der Ökostrom-Kunden ist gestiegen – und ist mit Vorsicht zu genießen

(djd/pt). Die Zahl der deutschen Haushalte, die Ökostrom beziehen, ist innerhalb eines Jahres um eine Million auf den Rekordwert von fast fünf Millionen gestiegen. Dies ergab eine Umfrage des Fachmagazins „Energie & Management“. Somit erhält jeder achte der etwa 40 Millionen Privathaushalte Strom aus erneuerbaren Energien. Die abgenommene Menge an „Grünstrom“ wuchs von 12,1 Milliarden auf rund 15 Milliarden kWh. Mit Abstand größter Ökostromanbieter ist die Lichtblick SE. Die Hamburger versorgen aktuell über 600.000 Privat- und Gewerbekunden mit Ökostrom und -gas, das mittelfristige Ziel sind zwei Millionen Kunden.

Auf echten Ökostrom setzen

Der starke Anstieg der Ökostrom-Nutzer beruht nach Angaben der Fachzeitschrift im Wesentlichen darauf, dass einige Stadtwerke ganze Kundengruppen komplett auf grüne Tarife umgestellt hätten. Mit anderen Worten: Diese Verbraucher wechseln zu Ökostrom, ohne es zu wissen. Ralph Kampwirth von LichtBlick: „Fast alle Stromversorger bieten heute grüne Tarife an, und das Marketing von Stadtwerken und Konzernen sieht oft so aus, als gäbe es nur noch Grünstrom.“ Dass die Anbieter noch immer vor allem Kohle- und Atomstrom verkauften und oft einen enormen Anteil ihrer Gewinne in neue Kohlekraftwerke investierten, bliebe dabei häufig unerwähnt. „Kunden, die echten Ökostrom wollen, müssen sich für Anbieter entscheiden, die ohne Wenn und Aber auf grüne Energie setzen“, betont Kampwirth. Denn was nutze es der Umwelt, auf den Grünstromtarif eines Konzerns zu setzen, der aus seinen Gewinnen klimaschädliche Kraftwerke baue?

Marktführer setzt auf Schwarmstrom

Marktführer LichtBlick will künftig nicht allein bei der Zahl der Kunden wachsen. „Wir werden verstärkt auf intelligente Energie-Dienstleistungen setzen. Denn wenn man die Energiewende konsequent zu Ende denkt, bedeutet dies, dass die Zahl der Haushalte mit eigener Stromerzeugung und Speichermedien sprunghaft wachsen wird“, erläutert Ralph Kampwirth. Mit dem Schwarmstrom-Modell haben die Hamburger bereits ein intelligentes Energiemanagement für Endverbraucher im Angebot. Infos: www.lichtblick.de.

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